9.11.2019 – Workshop über Mentoring in Bern


Soroptimists mentoring workshop

Im Bundeshaus in Bern trafen sich am 9.11.2019 zahlreiche Vertreterinnen (ca. 70) der Schweizer Union und der Soroptimisten Clubs. Sie kamen aus allen Regionen, und so fand die Veranstaltung auch mehrsprachig statt!

Dieser Workshop hatte zum Inhalt über drei wichtige Themen aus dem Programm der Schweizer Union ausführlich zu informieren und dann in Gruppen auszuarbeiten, wie wir diese Themen in den Clubs möglichst erfolgreich umsetzen können.

Wir wurden ins Bundeshaus eingeladen von Anne Seydoux-Christe, Ständerätin vom Kanton Jura.

Nach der Sicherheitskontrolle und dem Empfang im Kommissionssaal 3 haben uns Anneliese Debrunner, unsere Unionspräsidentin, und Barbara Green Studer, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Mentoring, offiziell begrüsst und uns  die Wichtigkeit des Mentoring bei Soroptimist International erläutert.

Anne Seydoux-Christe hat dann über ihr privates Leben, ihre politischen Aktivitäten und ihr Engagement im Zusammenhang mit Mentoring berichtet. Sie stand allen Teilnehmerinnen auch für ein paar persönliche Fragen zur Verfügung. Da sie aber aus ihrer Sicht nicht genügend Deutsch kann, hat sie ihren Vortag auf Französisch gehalten.

Eine Übersetzung und Zusammenfassung ihrer Ausführungen:

Sie ist Jahrgang 1938, Juristin, aus Juristen Familie, Mitglied der CVP,  ist verheiratet, hat 3 Kinder,  wohnt in Delémont und ist stark engagiert. Sie ist Mitglied des SI Clubs Jura Région. Seit fast 12 Jahren (2007 – 2019) ist sie Ständerätin, das bedeutet fast drei Amtsperioden und mehr ist nicht zulässig. Sie arbeitete bisher  in verschiedenen Kommissionen, zu denen man hinzukommt entweder aus thematischen Gründen, man wird angefragt oder man bewirbt sich zur Teilnahme aus eigenem Interesse.

Sie erzählte, wie die Arbeit im Bundeshaus im Allgemeinen und in den Kommissionen abläuft, wobei sie immer bestrebt ist, pragmatische Lösungen für Probleme zu finden, und sie kann gute Lösungen akzeptieren, auch wenn sie von anderen Parteien kommen. Wichtige Themen für sie sind Migration, Minderheiten, Menschenrechte, etc.

Sie möchte Frauen ermutigen aktiv zu sein, auf zu treten, sich zu engagieren, sich gegenseitig zu unterstützen (auch im politischen Bereich) um solidarisch etwas zu bewegen. Sie sprach vom „Syndrom de l’imposteur“ = Minderwertigkeitskomplex unter dem wir leiden, weil wir uns manchmal nicht trauen .Wir alle können Mentorinnen sein, es bedarf dazu keine besonderen Kenntnissen, sondern Mut sich zu engagieren.

Auf die Frage, wie sie sich im etablierten Männerumfeld durchsetzen kann, antwortete sie: offen ihre Meinung sagen, sich selbst sein und bleiben, sichtbar sein (Anwesenheit, Präsenz), überzeugend auftreten. Konsequent, organisiert und gut vorbereitet sein.  Und letztlich „den Mund auf dem rechten Fleck“ haben!

Es war ein sehr mitreissender Vortrag!

Nach dem feinen Lunch im Restaurant „Galerie des Alpes“ im Bundeshaus wurde das Gruppenfoto in der grossen Eingangshalle gemacht. Das war nicht einfach, denn alle hatten intensive Gespräche und Austausch mit anderen Clubmitgliedern und so dauerte es etwas bis die richtigen Positionen und genügend Ruhe für das Foto  erreicht waren.

Nun begannen die 2 Workshops nach Sprachen (Deutsch – Französisch) getrennt in verschiedenen Räumen.

Mentoring:

Ein Projekt von SIE kommt nun immer mehr in die Schweiz. Was ist Mentoring, was sind die Ziele. Es wurde das Mentoring Handbuch vorgestellt und der Stand der Aktivitäten. Die Präsentation (.ppt) ist im Extranet zu finden. Ebenso das Handbuch. Jeder Club sollte ein Mitglied  benennen, dass sich dem Thema widmet. Es gibt auch ein Programm „Berufsmentoring“, für  welches Theodora Leitet-Stampfli anzusprechen ist.

Stipendien:

Es gibt eine Stipendien Kommission, die immer zu kontaktieren ist, wenn eine Frau für ein Stipendium in Frage kommen könnte. Es wurde der Stand des Projektes vorgestellt. Das Stipendien-Reglement befindet sich ebenfalls im Extranet.

Mikrokredite:

Mikrokredit solidaire CA ist eine Stiftung. Die Vergaabe von Mikrokredite war das Präsidentinnen Projekt von Ursula Jutzi. Operativ ist Eleonore Perrier engagiert. An der kommenden Delegierten Versammlung wird Ursula Jutzi über dieses Projekt näher informieren.

Dann wurden die Club-Vertreterinnen in kleinen Gruppen aufgefordert, Lösungsansätze zu formulieren, wie das Thema Mentoring in den Clubs bekannt gemacht und umgesetzt werden kann. Im Plenum wurden die Lösungsansätze gegenseitig vorgestellt!

Es war ein sehr guter Tag mit vielen neuen Gesichtern und viel Austausch zu verschiedensten Themen. Im Vordergrund standen aber die Aktivitäten für die  „Orange-days“!